Gemeinsam mehr erreichen

Von 10. Mai bis 1. Juli 2026 war streetpool.berlin ein Experiment im Gleimkiez. Die Idee dahinter war einfach: Was, wenn mehrere Nachbarn denselben Wunsch haben — und sich zusammentun, statt jeder für sich?

Sieben Wochen lang konnte hier jede und jeder eintragen, was in der eigenen Ecke fehlt. Immer wenn sich genug Nachbarn mit demselben Bedarf fanden, bildete sich ein Pool — groß genug, um gemeinsam etwas zu bewegen oder einen Dienstleister einzuladen, der diesen Bedarf bedient.

Genau das sollte herausgefunden werden: Trägt die Idee, dass man im Kiez zusammen mehr erreicht als allein? Das wurde ausprobiert — und es wurde dabei eine Menge gelernt. Vielen Dank an alle, die an diesem Experiment teilgenommen haben.

61
Nachbarinnen und Nachbarn machten mit
142
Wünsche und Bedarfe wurden benannt
34
Pools bildeten sich im Kiez
88
mal fanden sich Nachbarn in einem gemeinsamen Pool zusammen
43
Nachbarn trugen aktiv eigene Wünsche ein
9
Haushalte im größten Pool (eine Tauschstelle zum Verschenken)

Wo sich Nachbarn gefunden haben (Auswahl)

Was dabei herauskam

Du bist nicht allein mit deinem Wunsch.

Immer wieder wollten Nachbarn genau dasselbe - ohne zwingend voneinander zu wissen. 61 von euch haben mitgemacht, 142 Wünsche kamen zusammen, und daraus wuchsen ganz von selbst 34 Nachbarschafts-Pools. Was sich wie eine kleine, persönliche Idee anfühlte, teilten oft viele.

Beispiel: 12 Haushalte wünschten sich Fahrradständer vor der Tür; 9 ein Regal zum Verschenken und Tauschen.

Das Meiste entsteht miteinander — nicht auf Bestellung.

Die schönste Überraschung: Die meisten Wünsche kauft man nicht; eine Nachbarschaft gestaltet sie zusammen: ein Tauschregal, ein Werkraum, Werkzeug zum Ausleihen. Dafür braucht es keine Firma, nur einander.

Beispiel: Aus dem Wunsch „Tauschregal“ kann ein echtes Regal im Hausflur werden — 9 Haushalte haben genau das angestoßen.

Gemeinsam werden wir gehört.

Viele Wünsche richteten sich an die Stadt oder wenigstens den Bezirk. Bei Bäumen, Bänken, ruhigeren Straßen — macht die Bündelung euch stark. Aus vielen einzelnen Wünschen wird ein Signal, das beim Bezirksamt vielleicht Gewicht hat. Aus einem einzelnen Wunsch wurde etwas größeres, das von vielen getragen wird.

Beispiel: Mehr Grün, neue Sitzbänke, ein Straßenbaum an der Sonnenburger Straße — von vielen Adressen zugleich, gemeinsam vorgetragen.

Wie geht’s weiter?

Das Experiment hat hoffentlich nicht nur mir Spaß gemacht. Die Bedarfe, die sich an den Bezirk richteten, habe ich an die Verwaltung weitergeleitet. Die Erkenntnisse fließen jetzt in die Überlegung ein, ob und in welcher Form es Sinn macht, den nächsten Schritt zu gehen. Wenn ihr mir dabei helfen wollt, habe ich in der Folge noch ein paar Fragen an euch. Und falls ihr weiter informiert bleiben wollt, meldet euch beim Newsletter an.

Und du? Drei Fragen zum Abschluss

Wenn sich genug Nachbarn für etwas finden, das dir wichtig ist: Was würdest du tun?
Was würdest du beitragen, damit es klappt?

Mehrfachauswahl · „Nichts“ schließt die anderen aus

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